Stadtplatte - Mal anders gedacht
#1
So ungefähr seit meinem ersten Kontakt mit Infinity spiele ich mit dem Gedanken, eine Stadtplatte zu bauen. Da ich nur wenig Stauraum habe und Abwechslung liebe soll diese auf jeden Fall modular sein.

Nun denkt jeder bei "modulare Stadtplatte" sofort an das, was wir früher mit unseren Lego-Straßenplatten gebaut haben:
[Bild: stadtplatte1.png]
(ein Element ist hier 30x30cm groß für insgesamt 120x120cm)
Dunkelgrau: Straße
Mittelgrau: Begrenzung
Hellgrau: Bürgersteig
Weiß: Offene Fläche

Dieses Layout ist ja schön und gut, aber irgend etwas störte mich immer daran, und ich glaube, dass ich es herausgefunden habe. Es sind diese Bürgersteige am "Rand der Welt" und die wenigen Möglichkeiten, Gebäude hinzusetzen.

Da fing ich an, nachzudenken. Was wäre, wenn man die Platten anders "abschneidet"?
[Bild: stadtplatte2.png]

Okay, an den Kurven ist das Mist und die Ränder sind offensichtlich auch nicht so gedacht. Also ein wenig herumkorrigiert:
[Bild: stadtplatte3.png]

Ich sehe direkt mehrere Vorteile:
  • Am Rand der Platte kann man Gelände platzieren, ohne dass es unmotiviert einen Bürgersteig blockiert oder mitten auf der Straße steht.
  • Statt 5 verschiedener Platten (Kurve, Gerade, T-Kreuzung, Kreuzung und Platz ohne Straße) sind es nur noch 3 (eine Seite mit Straße, zwei Seiten mit Straße, drei Seiten mit Straße) oder sogar nur 2 (drei Seiten mit Straße ist eher eine Verkehrsinsel, die man auch weglassen kann).
  • Durch weniger Varianten wird das sinnvolle Kombinieren ebenfalls leichter.
  • Das Problem der Ausrichtung der Sechsecke, die ich in den Ecken der Platten machen wollte, fällt weg, da sie nun in der Mitte der Platte liegen (bzw. kann ich gerade Bürgersteige nun durchgehend machen)
  • Langgezogene Kurven schneiden ist echt eine Qual (und der gebogene Bürgersteig will auch irgendeine Struktur Wink)

Nachteile:
  • Es gibt keine Kurven mehr, so dass Straßen nur durch harte Sackgassen aufhören können.
  • Ohne Kurven ist der Straßenverlauf immer gerade, was lange Sichtlinien verursacht.
  • Große Gebäudeansammlungen sind entweder genau in der Mitte oder komplett auf einer Spielfeldseite, statt leicht versetzt mittig. (siehe die große straßenlose Fläche)

Wie sind denn die Erfahrungen derjenigen, die bereits auf Stadtplatten gespielt haben? Was störte euch daran, was man besser machen kann? Was denkt ihr, welche Lösung die bessere ist?
  Zitieren
#2
Was mir direkt auffällt ist, dass das Verhältnis von Straße zu freiem Grund nicht stimmt. Schau dir mal am besten in google maps die stadt Mannheim an! Die Quadrate im Zentrum... Ich denke du hast viel zu viel Straße (Maßstab stimmt etwa). Setze Platten mit nur Gelände rein und es passt.
Außerdem werden die Plätzen oft schräg ausgerichtet, um die langen Korridore von Aufstellungszone zu Aufstellungszone zu verhindern

https://goo.gl/images/wZUvPo

Just my 2 cents
  Zitieren
#3
Ich sitze grad an meiner dritten Stadtplatte und denke auch, dass du zuviel Strassenanteil hast. Die Diskrepanz zwischen Optik und Spielbarkeit ist ja immer so eine Sache. Wenn das wirklich stimmig aussehen unf gleichzeitig spielbar sein soll, brauchst du bei der Menge Strassen eine ganze Menge wirklich grosser Fahrzeuge, um die Sichtlinien zu blockieren. Ideal find ich Strassen mit mehreren 45 oder 90° Knicken, die diagonal übers Spielefeld laufen...lässt sich modular nur schwer realisieren, ist aber die beste Variante. Prinzipiell würden auch eine einzelne, oder vielleicht maximal 2 Strassen ausreichen, um das Stadtgefühl zu schaffen. Bürgersteige sind dabei im Endeffekt nur Erweiterungen der Strasse und somit Flächen, die du eigentlich nie wirklich blockieren kannst. Ich würde da eher zu einem einfachen Strasse/nicht-Strasse Layout tendieren. Du bist ja ohnehin bei der Gebäudeplatzierung eingeschränkt...da würde ich versuchen, möglichst wenig zusätzliche "Zwänge" einzubauen. Wenn du Bürgersteige willst, kannste die Häusser ja einfach etwas versetzt aufstellen. Hinterhöfe mit Mülltonnen, Fussgängerzonen, kleine verwinkelte Gassen oder sowas funktionieren auch ziemlich gut.

Das modulare Spielfeld von Microarts ist an sich schon ganz gut, vielleicht taugt das als Vorlage für dich. Aber tl;dr: ich würde keine allzu langen Strassen parallel zu den Spielfeldkanten machen.

Würde mich interessieren, wie du da weiter machst!
zu finden im Foxhound Esslingen

Yu Jing, Haqqislam, Aleph, Combined Army, FRRM, Ikari, Tohaa
  Zitieren
#4
Ich hatte da auch schonmal drüber nachgedacht.
Das Modellbahnsystem H0 ist ja in etwa im richtigen Maßstab, da gibt es einzelne Straßen in dünnen 1 meter langen Rollen zum Aufkleben.
Wenn man die nicht klebt sondern auf die Rückseite dünne Magnetfolie (nicht selber magnetisch) klebt und die Spielplatte mit Magneten bestückt (es gibt sehr dünne 1mm starke Neodym Magnete)
könnte man den Straßenverlauf ändern und vielleicht sogar die Gebäude,Container auf dieselbe Weise befestigen.
  Zitieren
#5
Ich habe meine Platte mehrfach mit Magnetfarbe gestrichen. Und dann folgte auf die Straße... Sicher eine gute Idee
  Zitieren
#6
(06-21-2017, 21.06.2017)Nakai schrieb: Ich hatte da auch schonmal drüber nachgedacht.
Das Modellbahnsystem H0 ist ja in etwa im richtigen Maßstab, da gibt es einzelne Straßen in dünnen 1 meter langen Rollen zum Aufkleben.
Wenn man die nicht klebt sondern auf die Rückseite dünne Magnetfolie (nicht selber magnetisch) klebt und die Spielplatte mit Magneten bestückt (es gibt sehr dünne 1mm starke Neodym Magnete)
könnte man den Straßenverlauf ändern und vielleicht sogar die Gebäude,Container auf dieselbe Weise befestigen.

Mit diesen dünnen Straßen habe ich sehr schlechte Erfahrungen auf meiner Platte gemacht. Ich habe damals einige Flächen und Straßen von diesem Moosgummi-artigen Material direkt auf die Platte geklebt. Hielt ca. 2-3 mal Auf- und Abbau gut aus, dann kam es zu Beschädigungen, weil das Material sehr empfindlich auf Reibung und harte Kanten reagiert. Habe alles weggemacht und werde die Platte neutral im schwarzen Granit-Look mit Spray aus dem OBI besprühen.

Eine ausdruckbare Stadtplatte als Inspirationshilfe gibt es hier: Toposolitario

  Zitieren
#7
(06-21-2017, 21.06.2017)Kesharq schrieb: [quote pid='24753' dateline='1498026984']
Eine ausdruckbare Stadtplatte als Inspirationshilfe gibt es hier: Toposolitario

[/quote]

Ja die kenne ich, aber obwohl ich schon so viel auf Fotopapier ausgedruckt habe, wollte ich mir das nicht antun.
Die Seiten wären ja nur Din A4, für eine Platte braucht man wieviel Stück ? 16 oder mehr ?
Das geht dann mit Fotopapier und Druckertinte ganz schön ins geld.
Und dann hat man auch noch das Problem, so viele einzelteile die sich bewegen und wenn man sie doch zusammenklebt ist es nicht mehr Modular.
Ich benutze zwar 300gramm Fotopapier aber mir fällt gerade keine möglichkeit ein, die einzelnen Ausdrucke rutschfest zu verbinden dass sie noch modular sind.
  Zitieren
#8
(06-21-2017, 21.06.2017)Pavcc schrieb: Schau dir mal am besten in google maps die stadt Mannheim an! Die Quadrate im Zentrum... Ich denke du hast viel zu viel Straße (Maßstab stimmt etwa). Setze Platten mit nur Gelände rein und es passt.
Außerdem werden die Plätzen oft schräg ausgerichtet, um die langen Korridore von Aufstellungszone zu Aufstellungszone zu verhindern
https://goo.gl/images/wZUvPo

Erstmal danke an alle für die Ratschläge und Meinungen!

Also dein Beispiel ist vielleicht nicht so ideal, aber ich sehe keinen großen Unterschied, ob ich eine diagonale Straße von Zone zu Zone versperren muss oder eine orthogonale Wink Aber ich verstehe, was gemeint ist.
Die Straßen in Mannheim sind sehr schmal, weil sie Einbahnstraßen sind - was ich bei einer Planstadt wie den Quadraten schonmal seltsam finde, aber na gut Wink

Diagonale Straßen modular hinzubekommen ist gar nicht so schwer, wenn man mit einem 45°-Winkel zufrieden ist und etwas Mathematik beherrscht:
[Bild: stadtplatte4.png]
(Felddiagonale jeweils 40cm - Platten sind etwas kleiner als bei Seitenlänge 30cm)

Allerdings gibt es dann eher wenig Spielraum, wie man die Platten aneinandersetzt. Um genau zu sein, fast gar keinen, da sich anders als bei orthogonalen Straßen die Endstücke nicht beliebig versetzen lassen. Die einzige mögliche Variation, die ich finden konnte, ist, durch Drehen der Kreuzungen aus dem Doppel-T ein H zu machen (wodurch die Endstücke oben und rechts ihre Spielfeldkanten tauschen).

Was ich machen könnte ist, die Platten beidseitig zu verwenden: Auf einer Seite ist Straße, auf der anderen Seite freier Platz. So könnte ich zusätzliche Endstücke und Straßen bauen, die ich bei Bedarf einfach umdrehe.
Fest eingebaute herausragende Details wollte ich eh weglassen, um es besser verstauen zu können. Allerdings wollte ich die Struktur vom Bürgersteig usw. mit PVC-Hartschaumplatten herstellen und ich bin nicht sicher, wie abriebfest die Farbe darauf haftet. Als Untergrund (also Straße und Rückseite) hatte ich mir Kork vorgestellt, da mache ich mir deswegen keine Sorgen.
  Zitieren
#9
Ist mir immer noch zu viel Straße...

Just my 2 cents
  Zitieren
#10
Die Straßenbreite ist da ja auch nicht der Planung entsprechend, sondern nur als Aufbauschema Wink Aber ich denke, die geplante Straßenbreite war sowieso zu groß gewählt. Ursprünglich waren bei einem 30cm-Element pro Seite inkl. Rand 8cm Bürgersteig geplant, also 30-(2x8)=14cm Straße. Kurz Referenzen gesucht und eine Richtlinie gefunden, die für eine Straße, auf der LKWs mit ebensolchem Gegenverkehr fahren können sollen, 6m vorsieht. 600cm geteilt durch den Maßstab 1:56 ergibt ... 10,7cm.

Damit sind (beim diagonalen Aufbau mit Kantenlänge ca. 28cm) 17cm übrig, macht pro Seite 8,5cm. Nehmen wir knappe 2m Realbreite des Bürgersteigs an kommen wir auf 4cm. Die restlichen 4,5cm können mit Terrain belegt werden.

Das sieht dann etwa so aus (1"-Base zum Vergleich):
[Bild: strasse2masse.png]

Die Diagonalplatte würde mit diesen Maßen eher so aussehen:
[Bild: stadtplatte5.png]
  Zitieren


Gehe zu: